Wir lieben krumme Dinger

Jedes Jahr werden in Deutschland 18,4 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Und zwar aus den absurdesten Gründen: Weil die Form von Gemüse nicht den EU-Normen entspricht oder das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist und die Supermärkte diese Produkte dann nicht mehr verkaufen dürfen. Verrückt, weil trotz abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum vieles noch genießbar wäre. Nicht umsonst heißt es mindestens. Was für ein Irrsinn also! Drei clevere Ideen haben uns deswegen begeistert: In München haben sich drei Unternehmer zusammengetan und die Firma „Etepetete“ gegründet. Sie kaufen das unverkäufliche, weil verformtes, Bio-Gemüse von den Bauern rund um München und versenden es an ihre Abonennten. Fünf Kilo bestes Bio-Gemüse kosten knapp 20 Euro. Wahlweise kann man sich die Boxen, denen auch immer ein Rezeptvorschlag beiliegt, wöchentlich oder alle zwei, drei und vier Wochen zuschicken lassen. Was für eine geniale Idee, mit der frisches Bio-Gemüse in den Umlauf gebracht wird, das sonst in der Tonne landen würde. Gegen eine Kartoffel in Herzform oder eine stark gebogene Gurke ist schließlich nichts einzuwenden!

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Eine andere tolle Idee zur Rettung von Lebensmitteln hat die gemeinnützige Organisation „Foodsharing e.V.“ auf den Weg gebracht. Sie hat ein Foodretter-Netzwerk in neun Großstädten ins Leben gerufen, über das noch verzehrfähige Lebensmittel gesammelt, sortiert und umverteilt werden. Dafür hat die Organisation verschiedene Kooperationspartner gewinnen können. Unter anderem die Bio-Supermarktkette „Bio Company“ aus Berlin. Der Bio-Supermarkt überlässt den Rettern die Lebensmittel, die im Laden nicht mehr verkauft werden können, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Registrierte Mitarbeiter können diese dann umverteilen. Dank dieses Einsatzes konnten schon mehr als 2.000 Tonnen Lebensmittel gerettet werden.

Wovon es in Deutschland auch einen riesigen Überschuss gibt: Brot. 500.000 Tonnen an Brot und anderen Backwaren werden jedes Jahr in Deutschland in den Müll geschmissen. Schuld ist häufig eine zu ungenaue Planung der Bäckereien. Die Münchner „Hofpfisterei“ zeigt jetzt, dass es auch anders geht. Sie beliefert Bäckereien nur noch bedarfsgerecht und hat eine Brot-Happy Hour eingeführt, in der die tagesfrische Ware eine Stunde vor Ladenschluss 30 Prozent günstiger angeboten wird. So fallen weniger Reste am Ende des Tages an und was trotzdem übrig bleibt, wird am nächsten Tag für kleines Geld in einem Restbrotladen verkauft. Viele Kunden freuen sich über dieses Brot vom Vortag und einigen schmeckt es sogar besser.
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Drei tolle Ideen also, wie man unverkäufliche Lebensmittel nutzen kann. Wir sind begeistert und wünschen uns noch viel mehr davon.

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